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2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze - Wiesbadener Karatejugend auf Medaillenjagd im „Ländle"

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Nach dem erfreulich guten Abschneiden bei der Mitteldeutschen Meisterschaft (MDM) in Dieburg vor zwei Wochen, reisten wir mit gesundem Optimismus und einer kleinen Auswahl unserer Nachwuchswettkämpfer nach Iffezheim bei Baden-Baden, wo am Sonntag, den 27. März erstmalig die Südwestdeutsche Meisterschaft ausgetragen wurde.

Die Ausrichtung übernahm das Karate Dojo Makoto, das nicht nur für optimale Rahmenbedingungen sorgte, sondern zudem auf einen zügigen und reibungslosen Ablauf achtete und damit erheblich zu einem angenehmen Aufenthalt und einer nicht überbeanspruchenden Veranstaltungsdauer für alle Beteiligten beitrug.

 In der Altersklasse der 9-11-jährigen Jungen setzten wir unsere Hoffnungen auf Newcomer Metehan, der schon bei der MDM mit seinem Titelgewinn für eine große Überraschung sorgte und im Kihon-Ippon-Kumite mit zu den Favoriten zählte. In einem stark besetzten Teilnehmerfeld konnte er an seine Leistungen in Dieburg anknüpfen und sich bis in die Finalrunde der letzten vier durchkämpfen, wo er schließlich knapp gegen den Baden-Badener Marco Rojnica unterlag und sich mit dem 3. Platz begnügen musste. Dennoch hat er erneut gezeigt, dass er über genügend Ehrgeiz und Durchsetzungswillen verfügt und in naher Zukunft noch einiges auf Wettkämpfen erreichen kann.

Bei den 12-14-jährigen Jungen konnte Christopher sein großes Talent unter Beweis stellen. Deutlich selbstsicherer als noch bei der MDM konnte er sich in Kata bis in die dritte Runde vorkämpfen, verlor dann jedoch knapp und nicht ganz unumstritten, nachdem sich der Hauptkampfrichter gegen ihn entschied, obwohl es nach den Wertungen der Seitenkampfrichter ausgeglichen stand und ein Stichkampf durchaus gerechtfertigt gewesen wäre. Im Kihon-Ippon-Kumite lief es ebenfalls deutlich besser, als noch vor zwei Wochen in Dieburg. Durch die Leistungen in Kata hochmotiviert zeigte Christopher auch in Kihon-Ippon-Kumite sein kämpferisches Potenzial und setzte sich in drei Begegnungen, vor allem mit schnellen, schwer zu blockenden Fußangriffen durch. Im Kampf um den Einzug ins Finale brachte er schließlich, geschwächt durch die anstrengenden Vorrundenkämpfe, nicht mehr die nötige Konzentration auf, um sich erneut zu behaupten und verlor die Begegnung relativ unglücklich. Anders als auf der MDM, hat Christopher an diesem Tag gezeigt, dass er in beiden Disziplinen über enorme Qualitäten verfügt, die er mit zunehmender Wettkampferfahrung bestimmt bald auch über mehrere Runden einzusetzen versteht.

Kevin trat in der Jugendklasse der 14-15-jährigen an, schied in Kata jedoch leider gleich in der ersten Runde aus, nachdem ihm - wie schon in Dieburg - wieder einmal das Lospech ereilte und er mit der Tekki Shodan seine nicht unbedingt stärkste Vorrundenkata zeigen musste. Die Enttäuschung über das kurze „Gastspiel" war ihm deutlich anzusehen, dennoch hatte er sich schnell wieder im Griff und konzentrierte sich nun auf seinen Einsatz im Jiyu-Kumite. Gleich zu Beginn setzte er seinen Gegner permanent unter Druck und brachte ihn mit seinen Attacken so in Bedrängnis, dass dieser mehrfach die Kampffläche übertrat und wegen Mattenflucht verwarnt werden musste. Mit dem Mut der Verzweiflung versuchte sein Gegner schließlich Kevin mit einem halbherzigen Fußangriff auf Distanz zu halten, eine Leichtfertigkeit, die Kevin sich natürlich nicht entgehen ließ und konsequent mit einem Gyaku-Tsuki-Konter bestrafte. Mit seinem nächsten Gegner Alexander Müller aus Kaiserslautern hatte er da schon mehr Probleme. Mit jugendlichem Übereifer lieferten sich beide einen heftigen, teilweise unkontrollierten Schlagabtausch und handelten sich dadurch eine ermahnende Ansprache durch den Hauptkampfrichter ein. Am Ende hieß es unentschieden und beide mussten in die Verlängerung, in der Kevin dank konditioneller Vorteile schließlich die Oberhand behielt. Umso kürzer verlief der folgende Finalkampf gegen den ebenfalls aus Kaiserslautern kommenden Alexander Zott. Als ob er die Niederlage seines Vereinskameraden wieder quitt zu machen hätte, stürmte dieser unmittelbar nach Kampfbeginn auf den völlig verdutzten Kevin los und machte mit einem überfallartig Jodan-Tsuki „kurzen Prozess". Auch wenn ihm in dieser Situation offensichtlich noch die Erfahrung fehlte, beeindruckte er bis dahin mit seinem offensiven Kampfstil, mit dem er sich nicht nur den 2. Platz redlich verdiente, sondern zugleich auch viele Sympathien sicherte, wie hinterher von einigen Beobachtern zu hören war.

Bei den 16-17-jährigen Mädchen dominierte Sarah an diesem Tag die Konkurrenz und unterstrich mit ihrem Doppelsieg in den Disziplinen Kata und Jiyu-Kumite ihre herausragende Form. Fast erwartungsgemäß erzielte sie mit ihrer Kata Bassai-Dai die höchsten Wertungen und landete unangefochten auf Platz 1, obwohl ihr gleich zu Anfang ein schwerer „Wackler" unterlief. Dennoch ließ sie sich von diesem Fehlstart nicht beirren, blieb ihrer mentalen Stärke treu und zeigte bis zum Schluss vollen Einsatz, wofür sie am Ende von fast allen Kampfrichtern verdientermaßen die höchste Punktzahl erhielt. Auch in der Disziplin Jiyu-Kumite lief es an diesem Tag außerordentlich gut. Schon in der ersten Begegnung erarbeitete sie sich mit geschickten Körpertäuschungen günstige Gelegenheiten zum Angriff und setzte ihre Chancen konsequent um. In der zweiten Begegnung traf sie auf die ihr körperlich weit überlegene Kämpferin Sophia Erhardt aus Bad König, die mit dem beweglichen Kampfstil nicht zu recht kam und von der Kizami-/Gyaku-Tsuki-Chudan Kombination zweimal überrascht wurde. Auch wenn ihre Stärke ganz offensichtlich im Kata-Bereich liegt, hat sie im Kumite große Fortschritte gemacht, was mitunter auch auf das regelmäßige und intensive Stützpunkt-Training in Groß-Umstadt unter der Leitung von Ekkehard Schleis und Andreas Leitner zurückzuführen ist.

Nach dem gelungenen Einstand auf der MDM freuen wir uns riesig über die tollen Erfolge unserer Karate-Jugend und gratulieren ganz herzlich zu diesen besonderen Leistungen!

Oss!

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